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Begriffe aus der Palliativmedizin

Palliativ und Palliativversorgung – eine Definition

Der Begriff „palliativ“ leitet sich vom lateinischen Wort für Mantel (pallium) ab.
Wie mit einem Mantel sollen Körper, Geist und Seele von unheilbar kranken Menschen „umhüllt“ werden, um ihnen so ein schmerzarmes und würdiges Leben bis zum Tod zu ermöglichen.

Ziel der Palliativversorgung ist eine gute Lebensqualität für den Patienten und seine Angehörigen zu erreichen.

Was ist eine Palliativstation?

Palliativstationen sind eigenständige, an ein Krankenhaus angebundene oder integrierte Stationen. Aufgenommen werden Patienten mit einer nicht heilbaren, fortgeschrittenen Erkrankung und Symptomen, wie z.B. Schmerzen, anderen Symptomen oder psychosozialen Problemen, die einer Krankenhausbehandlung bedürfen.

Neben ärztlicher und pflegerischer Behandlung ist eine enge Zusammenarbeit mit Seelsorgern, Sozialarbeitern, Psychologen, Physiotherapeuten und anderen Berufsgruppen erforderlich. Die Entlassung des Patienten in die häusliche Umgebung mit ausreichender Symptomkontrolle ist das Ziel der Behandlung.
Die Kosten werden, wie im Krankenhaus, von den Krankenkassen übernommen.

Aufgabe und gesetzliche Grundlage der SAPV

Die Aufgabe der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung ist es, eine qualifizierte und auf jeden Einzelnen und seine Bedürfnisse ausgerichtete Versorgung in der vertrauten häuslichen Umgebung zu gewährleisten.

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung stellt eine Ergänzung zu den bestehenden Versorgungsangeboten dar.

Die zusätzlichen Leistungen  der SAPV beeinflussen keine Rechtsansprüche anderer Sozialleistungen, d. h. alle Leistungen im Rahmen der Pflegeversicherung nach dem SGB XI können weiterhin ohne Einschränkung in Anspruch genommen werden.

Die Verordnung der SAPV erfolgt nach § 37 b SGB V durch den niedergelassenen Hausarzt oder dem Krankenhausarzt.

Gesetzliche Regelung der SAPV nach § 37 b SGB V:

Versicherte haben Anspruch auf spezialisierte ambulante Palliativversorgung. Sie umfasst ärztliche und pflegerische Leistungen einschließlich ihrer Koordination insbesondere zur Schmerztherapie und Symptomkontrolle und zielt darauf ab. Die Betreuung der Versicherten in der vertrauten Umgebung zu ermöglichen.

Hospize

Was ist ein ambulantes Hospiz?

In ambulanten Hospizen leisten Hospizmitarbeiter ehrenamtliche Sterbe- und Trauerbegleitung im häuslichen Umfeld der Menschen.
Verfügt ein ambulanter Hospizdienst über eine Palliativ-Care-Fachkraft, so kann der Hospizdienst zusätzlich palliativpflegerische Beratung, Schmerztherapie und Symptomkontrolle, anbieten.

Was ist ein stationäres Hospiz?

Stationäre Hospize sind eigenständige Häuser, die in der Regel über eine eigenständige Organisationsstruktur verfügen. In Hospizen werden schwerstkranke und sterbende Menschen mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung betreut, bei denen eine stationäre Behandlung im Krankenhaus nicht erforderlich und eine ambulante Betreuung nicht möglich ist.

Der Schwerpunkt liegt in der Überwachung von Schmerztherapie, der Symptomkontrolle und in der palliativ-pflegerischen, psychosozialen und spirituellen Betreuung.

Die Krankenkassen, Pflegekassen und das stationäre Hospiz teilen sich die Kosten. Seit dem 01.08.2009 brauchen Patienten keinen Eigenanteil mehr zu entrichten.

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