Berichterstattung vom Palliativtag 2013 im Kreishaus



"Der Tod ist manchmal eine bessere Alternative"

NOZ, 4.5.2013: "Der Tod ist manchmal eine bessere Alternative"
NOZ, 4.5.2013: "Der Tod ist manchmal eine bessere Alternative"

Bericht der Neue Osnabrücker Zeitung zum Palliativtag 2013 im Kreishaus.

Osnabrück. In Deutschland stirbt man im Verborgenen und in Pflegeheimen häufig allein. Sehrviele Menschen haben noch nie einen Toten gesehen, geschweige denn jemanden beim Sterben begleitet. In den allerwenigsten Familien wird offen über den Tod gesprochen. "Wir haben den Tod getötet", auf diese Formel brachte es der international gefragte norwegische Palliativmediziner Stein Husebö, der auf Einladung des Hospiz- und Palliativstützpunktes Osnabrück als Gastredner beim Palliativtag im Kreishaus auftrat.

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Ethische Herausforderungen der Begleitung am Lebensende

Palliativtag im Kreishaus mit renommiertem Referenten Prof. Dr. Stein Husebö

Osnabrück. Um das Thema „Ethische Herausforderungen der Begleitung am Lebensende“ ging es beim Palliativtag im Kreishaus mit rund 200 Ärzten, Pflegediensten, ambulanten Hospizdiensten, Seelsorgern, Ehrenamtlichen und weiteren Verantwortliche in der Palliativversorgung.

Alle vertretenen Berufsgruppen bekamen beim Palliativtag im Kreishaus einen andersfarbigen Ballon. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag von Prof. Dr. Stein Husebö (sechster von links). Foto: Hospiz- und Palliativstützpunktes Osnabrück e.V.
Alle vertretenen Berufsgruppen bekamen beim Palliativtag im Kreishaus einen andersfarbigen Ballon. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag von Prof. Dr. Stein Husebö (sechster von links). Foto: Hospiz- und Palliativstützpunktes Osnabrück e.V.

Im Mittelpunkt stand ein Vortrag von Prof. Dr. Stein Husebö, international anerkannter Palliativmediziner, Autor und Publizist. Er beleuchtete die Palliativversorgung in seinem Heimatland Norwegen und stellte unter anderem die medizinische Spezialisierung des Heimarztes vor. In Norwegen gebe es zudem weniger Palliativstationen und Hospize als in Deutschland, diese dafür aber flächendeckend. Mit beeindruckenden Beispielen setzte sich der Referent besonders für die ethischen Aspekte ein und empfahl, die Indikation für Chemotherapien am Ende des Lebens allgemein früher zu überdenken.

Auf Entwicklungen in der Palliativversorgung der Region ging Jan-Felix Simon, Ehrenamtlicher Geschäftsführer Osnabrücker Hospiz, ein. Er sagte, die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) solle sich wie ein Anwalt an die Seite des Patienten stellen und ein Betreuungskonzept entwickeln, das auch in Krisenzeiten halte. Wichtig sei für die SAPV, dass sie mit allen Beteiligten vernetzt sei. Auch informierte Simon über ein neues IT-System, es trage dazu bei, dass die Helfer vor Ort mehr Zeit für die Menschen hätten.

Prof. Dr. Winfried Hardinghaus, Vorsitzender des gastgebenden Hospiz- und Palliativstützpunktes Osnabrück e.V., erinnerte daran, dass bei allem Engagement die dienende Funktion in der Hospiz- und Palliativversorgung nicht vergessen werden darf.

Im Rahmen einer lebhaften Podiumsdiskussion unter Leitung von Sabine Weber, Geschäftsführerin Diakoniewerk Osnabrück gGmbH, wurden verschiedene Aspekte der Palliativversorgung beleuchtet.

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Daniel Meier, Fon 0541 2026930, 0163 2885688, info@med8.de


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